Methodik und Quellen

Der Rechner simuliert ein Jahr in 8.784 Stunden. Deine Eingaben bleiben in deinem Browser, es wird nichts übertragen oder gespeichert.

1. Erzeugung

Für jedes Postleitzahlgebiet (Deutschland, zweistellig) und jeden politischen Bezirk (Österreich) haben wir einen Referenzort bestimmt: die Ortschaft, die dem Mittelpunkt des Gebiets am nächsten liegt. So liegt der Rechenpunkt in alpinen Bezirken im Tal und nicht auf einem Berg. Die Ertragsdaten von PVGIS liegen in Weltzeit (UTC) vor; wir rechnen sie für den Abgleich mit deinem Verbrauch auf mitteleuropäische Zeit mit Sommerzeit um. Für diese Orte haben wir bei PVGIS (Europäische Kommission, JRC, Version 5.3) für fünf Ausrichtungen und vier Neigungen Stundenwerte abgerufen. Die Form des Jahres stammt aus dem Wetterjahr 2020, die Summe ist auf das langjährige Mittel von PVGIS skaliert, damit ein besonders sonniges Jahr das Ergebnis nicht schönt. Der Geländehorizont ist eingerechnet, die Systemverluste sind mit 14 % angesetzt.

Grenzen: Verschattung durch Nachbargebäude, Bäume oder den eigenen Balkon kennt der Rechner nicht. Innerhalb eines Gebiets kann der Ertrag vom Referenzort abweichen, in Gebirgstälern stärker als im Flachland.

2. Verbrauch

Wir verteilen deinen Jahresverbrauch auf die Stunden: eine konstante Grundlast plus einen veränderlichen Teil mit typischem Tagesverlauf (Werktag und Wochenende getrennt) und einem leichten Mehrverbrauch im Winter. Das ist ein vereinfachtes Profil, kein gemessenes. Echte Haushalte laufen die meiste Zeit auf Grundlast und ziehen den Rest in kurzen Spitzen (Wasserkocher, Herd, Föhn). Ein reiner Stundenmittelwert würde den Eigenverbrauch deshalb um 15 bis 25 Prozentpunkte zu hoch schätzen. Wir teilen jede Stunde in eine Grundlastphase und eine kurze Spitzenphase. Ohne eigene Angabe setzen wir die Grundlast auf 45 % des mittleren Verbrauchs an. Den größten Einfluss auf den Eigenverbrauch eines Balkonkraftwerks hat die Grundlast, deshalb kannst du sie selbst eingeben.

Abgleich mit der HTW Berlin

Diese Parameter haben wir am 05.10.2026 gegen den Stecker-Solar-Simulator der HTW Berlin abgeglichen, der mit gemessenen Lastprofilen in Minutenauflösung rechnet. Ohne Speicher weicht unser Eigenverbrauchsanteil an 12 Vergleichspunkten (400 und 800 W, 1.000 bis 5.000 kWh) höchstens 4 Prozentpunkte ab, bei aufgeständerten Modulen ebenso. Beim Speicher fällt der Mehrnutzen bei der HTW kleiner aus als in einem idealen Modell; wir setzen ihn deshalb mit dem Faktor 0,6 an.

3. Wechselrichter und Speicher

Die Leistung ins Hausnetz ist auf 800 W begrenzt. Mehr Modulleistung wird ohne Speicher abgeregelt. Der Speicher ist gleichstromseitig angeschlossen (die übliche Bauart): Überschuss lädt ihn, bei Bedarf gibt er innerhalb der 800 W ab. Lade- und Entladeverluste sind eingerechnet. Den Standby-Verbrauch des Speichers deckt der Speicher selbst, solange er geladen ist, sonst wird er aus dem Netz bezogen und von der Ersparnis abgezogen.

4. Wirtschaftlichkeit

Ersparnis = selbst genutzter Strom mal Strompreis (plus eventuelle Einspeisevergütung). Wir rechnen 20 Jahre mit steigendem Strompreis und leicht sinkendem Modulertrag. Die Amortisation ist der Zeitpunkt, an dem die Ersparnis den Kaufpreis abzüglich Förderung erreicht. Ersatz eines Speichers vor Ablauf des Zeitraums ist nicht eingerechnet.

Alle Vorgaben und ihre Quellen

WertVorgabeQuelleStand
Wechselrichter DE800 W§ 8 Abs. 5a EEG (Solarpaket I), gültig seit 16.05.20242026-10-05
Module DE2.000 Wp§ 8 Abs. 5a EEG; mit Schuko-Stecker nach DIN VDE V 0126-95 nur bis 960 Wp2026-10-05
Module DE mit Schuko-Stecker960 WpDIN VDE V 0126-95:2025-12 (800 Wp + 20 %)2026-10-05
Strompreis DE37 ct/kWhBDEW-Strompreisanalyse 08/2026, Haushalt 3.500 kWh, Mittel 20262026-08
Einspeisevergütung DE0 ct/kWhSteckersolar läuft in unentgeltlicher Abnahme (§ 8 Abs. 5a EEG)2026-10-05
Wechselrichter AT800 Woesterreich.gv.at: Kleinsterzeugungsanlagen bis 0,8 kW2026-10-01
Module AT2.000 WpAnnahme: keine gesetzliche Modulgrenze belegt, Netzbetreiber fragen2026-10-05
Strompreis AT30 ct/kWhAnnahme innerhalb der Spanne der Landesversorger laut E-Control-Preismonitor 03/2026 (23,2 bis 34,8 ct)2026-03
Einspeisevergütung AT0 ct/kWhohne Abnahmevertrag keine Vergütung (z. B. Netz NÖ)2026-10-05
Jahresverbrauch (Vorgabe)2.500 kWhAnnahme: 2-Personen-Haushalt2026-10-05
Grundlast (Vorgabe)120 WNur Startwert; ohne eigene Angabe wird die Grundlast aus dem Verbrauch abgeleitet (siehe Kalibrierung)2026-10-05
Modulleistung (Vorgabe)880 WpAnnahme: typisches Set aus zwei Modulen à 440 Wp2026-10-05
Speicher Wirkungsgrad0,85 Annahme in Anlehnung an HTW Berlin (82,5 % AC-Systemnutzungsgrad inkl. Wechselrichter)2024-05
Speicher Standby8 WAnnahme: für Steckersolar-Speicher kein Messwert belegt (Heimspeicher laut HTW im Mittel 4 W voll, mehr leer)2025
Speicher Lade-/Entladeleistung0,8 kWAusgang durch den Wechselrichter begrenzt2026-10-05
Set ohne Speicher400 EuroAngebotsspanne 800-W-Sets 199 bis 459 Euro (strom-report.com, Händlerpreise)2026-10-03
Speicher je kWh300 Euroabgeleitet aus Sets mit Speicher (799 bis 1.209 Euro für rund 2 kWh) minus Set ohne Speicher2026-10-03
Strompreissteigerung2 % pro JahrAnnahme (konservativ)2026-10-05
Moduldegradation0,5 % pro JahrAnnahme: übliche Leistungsgarantie der Hersteller2026-10-05
Betrachtungszeitraum20 JahreBetrachtungszeitraum; Speicher halten oft kürzer, siehe Ratgeber2026-10-05
Grundlast-Vorschlag (Anteil am Mittelverbrauch)0,45 Kalibrierung gegen HTW-Stecker-Solar-Simulator (12 Referenzpunkte, Abweichung max. 4 Prozentpunkte)2026-10-05
Spitzenlast-Anteil je Stunde0,2 Kalibrierung gegen HTW-Stecker-Solar-Simulator2026-10-05
Faktor Speichernutzen0,6 Kalibrierung gegen HTW-Stecker-Solar-Simulator (2 Referenzpunkte: 0,55 und 0,63)2026-10-05

Datenquellen